Lawinenunfall am Peischlkopf, Stuben am Arlberg

22.03.2013

Ich bin mit meinen 3 Freunden an der Südseite des Peischlkopfs in einer gespurten Aufstiegsspur aufwärts gestiegen, als plötzlich der dumpfe Knall eines Schneebretts zu hören war. Außerdem vibrierte der Hang leicht, sodass wir nach oben blickten. Dabei sah ich, dass der Hang unterhalb der Gipfelwächte abriss und auf uns zu kam. Die beiden Skifahrer die die Spur angelegt hatten, ein Guide und sein weiblicher Gast, rutschten weiter oben im Hang schon weg und lösten die Airbags aus. Zwei meiner Freunde waren seitlich außerhalb des Schneebretts und so außer Gefahr. Mein Freund und ich waren noch im Schneebrettbereich und sind relativ hastig aus der Falllinie des Bretts gefahren, bzw. gelaufen (da wir ja noch die Fälle an den Skiern hatten).

Der Guide wurde nur an den Beinen verschüttet, da er sich im Randbereich des Schneebretts befand. Er hatte sich relativ schnell befreit. Die Frau ist ca. 30 bis 40 m mitgerissen worden, kam am Bauch zu liegen und war komplett verschüttet, aber durch die Airbags sofort zu sehen. Ihr Begleiter musste ihr Gesicht freigraben, um ihr das Atmen zu ermöglichen, da sie die Arme und Beine nicht im geringsten bewegen konnte.

Nachdem wir die Möglichkeit einer Nachlawine ausschließen konnten, da fast der ganze Hang heruntergekommen war, sind wir den Lawinenhang hinauf und gequert und haben bei der Bergung geholfen (einer von uns hat gereicht). Die Frau stand unter leichtem Schock und ist dann mit dem Guide zurück zur Albona II Bergstation.

Wir nennen alle ABS-Rucksäcke unser Eigen, haben diese aber zum Glück nicht gebraucht. Wären wir noch weiter im Zentrum des Schneebretts gewesen, wie es abgegangen ist, wären wir froh darum gewesen, da das Brett ca. 250 bis 300 m abgegangen ist und die Schneeschicht ca. einen ¾ m dick war.

Hans-Jörg